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Solar-Förderung Berlin – SolarPLUS der IBB im Überblick

Kevin Kohlmey

Kevin Kohlmey

Photovoltaik Fachmann · Mitgründer, GFK Solar · 20. Juli 2025

Berlin bietet mit dem SolarPLUS-Förderprogramm der Investitionsbank Berlin (IBB) attraktive Zuschüsse für Photovoltaikanlagen, Stromspeicher und vorbereitende Maßnahmen wie Dachgutachten. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige zu den Förderbausteinen, der Antragstellung und den Voraussetzungen.

Was ist das SolarPLUS-Förderprogramm?

Das SolarPLUS-Programm wurde von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin initiiert. Es startete am 1. September 2022 und wurde seitdem mehrfach erweitert. Seit dem 1. Februar 2026 umfasst SolarPLUS eine neue Pauschalförderung für PV-Anlagen mit Speicher, die das frühere separate Programm „EnergiespeicherPLUS" (300 EUR/kWh) vollständig ersetzt. Die Investitionsbank Berlin (IBB) verwaltet die Förderung und bearbeitet alle Anträge.

Welche Fördermodule gibt es?

Das Programm umfasst mehrere Fördermodule, die einzeln oder in Kombination beantragt werden können:

  • Modul A1 – Dachgutachten:Bezuschussung der Gutachtenerstellung zur Prüfung der statischen Eignung des Daches. Privatpersonen erhalten bis zu 65 % der Kosten, maximal 5.000 Euro.
  • Modul A2 – Machbarkeitsstudie:Förderung der Studienerstellung zur wirtschaftlichen und technischen Bewertung einer PV-Anlage, bis zu 65 %, maximal 15.000 Euro.
  • Modul A3 – Zähler- und Messkonzepte: Zuschüsse für die Erstellung von Zähler- und Messkonzepten, insbesondere bei Mehrfamilienhäusern und Mieterstrom-Modellen.
  • Modul C – Balkonkraftwerke: Zuschüsse für steckerfertige Mini-Solaranlagen, insbesondere für Mieter.

NEU seit 01.02.2026: SolarPLUS-Pauschalförderung für PV mit Speicher

Seit dem 1. Februar 2026 bietet SolarPLUS eine integrierte Pauschalförderung für die Installation von PV-Anlagen mit Batteriespeicher. Das bisherige separate Programm „EnergiespeicherPLUS" mit seiner Förderung von 300 EUR/kWh Speicherkapazität gibt es nicht mehr. Stattdessen erhalten Antragsteller pauschale Zuschüsse, gestaffelt nach der Anlagenleistung in kWp:

  • 5 kWp: 1.250 EUR Pauschalzuschuss
  • 10 kWp: 2.500 EUR Pauschalzuschuss
  • 15 kWp: 3.750 EUR Pauschalzuschuss
  • Ab 19 kWp: 4.750 EUR Pauschalzuschuss

Zusätzlich gewährt das Programm eineZählerschrank-Pauschalevon 750 EUR sowie eine Denkmal-Pauschale für PV-Installationen an denkmalgeschützten Gebäuden. Diese neue Struktur vereinfacht die Antragstellung erheblich, da die Förderung nicht mehr an die Speicherkapazität in kWh, sondern an die PV-Anlagenleistung gekoppelt ist.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Vereine und gemeinnützige Organisationen mit Sitz in Berlin. Für Unternehmen gelten je nach Größe unterschiedliche Fördersätze:

  • Privatpersonen:Bis zu 65 % der förderfähigen Kosten.
  • Kleine Unternehmen(unter 50 Mitarbeitende, max. 10 Mio. Euro Jahresumsatz): Bis zu 65 %.
  • Mittlere Unternehmen:Bis zu 55 %.
  • Große Unternehmen:Bis zu 45 %.

Wichtige Hinweise zur Antragstellung

Der wichtigste Punkt bei der Antragstellung: Sie dürfen mit den Arbeiten erst beginnen, nachdem die IBB schriftlich bestätigt hat, dass Ihr Antrag vollständig eingegangen ist. Bereits die Beauftragung eines Handwerksunternehmens oder die Unterzeichnung eines Liefervertrags gilt als Projektstart und kann zum Förderverlust führen.

  • Antrag vor Maßnahmenbeginn bei der IBB einreichen
  • Schriftliche Eingangsbestätigung der IBB abwarten
  • Erst dann Aufträge erteilen und Verträge unterschreiben
  • Verwendungsnachweise und Rechnungen nach Abschluss fristgerecht einreichen

Kombination mit anderen Förderprogrammen

Das SolarPLUS-Programm kann mit weiteren Fördermöglichkeiten kombiniert werden, um die Wirtschaftlichkeit Ihrer Solaranlage weiter zu verbessern:

  • KfW-Programm 270: Zinsgünstige Kredite für erneuerbare Energien über die Kreditanstalt für Wiederaufbau.
  • Einspeisevergütung nach EEG: Die gesetzliche Vergütung für ins Netz eingespeisten Solarstrom.
  • Steuerliche Vorteile: Seit 2023 entfällt die Mehrwertsteuer auf Solarmodule und wesentliche Komponenten.

Typische Förderbeträge in der Praxis

Um die konkreten Vorteile greifbar zu machen, hier ein Rechenbeispiel: Ein Berliner Einfamilienhaus erhält eine 10-kWp-PV-Anlage mit einem 10-kWh-Batteriespeicher. Über die neue SolarPLUS-Pauschalförderung erhalten Antragsteller einen Zuschuss von 2.500 EUR. Hinzu kommen die Zählerschrank-Pauschale von 750 EUR sowie die Möglichkeit, über Modul A1 das Dachgutachten bezuschussen zu lassen. Zusammen mit der Mehrwertsteuerbefreiung auf die PV-Komponenten und einem KfW-Kredit zu günstigen Konditionen lässt sich die Eigeninvestition erheblich senken.

Berliner Solarpflicht und Masterplan Solarcity

Seit Januar 2023 gilt in Berlin das Solargesetz (BEG Solar). Beim Neubau und bei wesentlichen Dachumbauten sind Eigentümer verpflichtet, eine PV-Anlage auf mindestens 30 % der Netto-Dachfläche zu installieren. Diese Pflicht betrifft Wohngebäude und Nicht-Wohngebäude ab 50 m² Nutzfläche. Das SolarPLUS-Programm ergänzt diese Verpflichtung sinnvoll, indem es die Mehrkosten für Speicher und vorbereitende Gutachten abfedert.

Der Masterplan Solarcity des Berliner Senats sieht vor, bis 2050 rund 25 % des Berliner Strombedarfs durch Solarenergie zu decken. Das entspricht einer installierten Leistung von etwa 4,4 GWp. Aktuell sind in Berlin rund 350 MWp installiert – es besteht also enormes Ausbaupotenzial, das durch Förderprogramme wie SolarPLUS beschleunigt werden soll.

Häufige Fehler bei der Antragstellung vermeiden

  • Vorzeitiger Maßnahmenbeginn: Bereits ein unterschriebener Kaufvertrag oder eine verbindliche Bestellung gilt als Beginn – selbst wenn noch nicht installiert wurde.
  • Unvollständige Unterlagen: Fehlende Angebote, technische Datenblätter oder Grundbuchauszüge verzögern die Bearbeitung erheblich.
  • Fristversäumnisse:Nach Bewilligung haben Sie in der Regel 12 Monate Zeit, die Maßnahme umzusetzen und den Verwendungsnachweis einzureichen.
  • Doppelförderung:Prüfen Sie, ob die Kombination mit anderen Landesprogrammen zulässig ist – eine Überförderung über 100 % der förderfähigen Kosten ist ausgeschlossen.

Fazit

Das SolarPLUS-Programm der IBB Berlin bietet attraktive Zuschüsse, die den Einstieg in die Solarenergie erleichtern. In Kombination mit bundesweiten Förderungen und der Mehrwertsteuerbefreiung war es noch nie so wirtschaftlich, eine Solaranlage in Berlin zu installieren. Achten Sie unbedingt auf die richtige Reihenfolge bei der Antragstellung, um Ihren Förderanspruch nicht zu verlieren. Ein erfahrener Solarteur-Betrieb unterstützt Sie bei der korrekten Antragstellung und stellt sicher, dass Sie alle verfügbaren Förderbausteine optimal nutzen.

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